Die Langdistanz in der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt

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Die Langdistanz in der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt

Die mediale Darstellung von Triathlon: Interview mit Holger Schellkopf – “Da ist noch eine menge Luft nach oben”

Posted on: Dienstag 8th August 2017

Triathlon ist Schwimmen, Rad fahren und laufen. Auch dank erfolgreicher deutscher Profisportler, wie Weltmeister Jan Frodeno und Sebastian Kienle, ist das mittlerweile auch größerem Publikum bekannt. Gerade deshalb finden immer mehr Menschen zum Dreisport. Für Veranstalter ist das die Chance mit innovativen Formaten mehr Menschen zu begeistern. Die Challenge For Two, die in diesem Jahr erstmalig in Regensburg statt findet, ist eines solcher Formate.

Eine Langstrecke und deren besonderes Flair erleben, sich die Strecken jedoch zunächst teilen. Damit will man unter anderem angehenden Langstreckenathleten den Schritt zur kompletten Distanz erleichtern. Einer der Starter im neuen Team-Format ist Holger Schellkopf. Wie der Chefredakteur Digital von W&V und der ehemalige stellvertretende Chefredakteur der Mittelbayerischen Zeitung dazu kam, haben wir ihn gefragt. Ebenso, wie er als Experte die mediale Darstellung von Triathlon empfindet.

einmaligHallo Herr Schellkopf,
neue Formate als Sprungbett zur Triathlon Langdistanz: Ist das auch ihr Plan, oder wie kamen sie zum Start bei der Challenge For Two?

Wahrscheinlich ist es grundsätzlich so, dass jeder, der mit Triathlon etwas am Hut hat, auch die Langdistanz im Blick hat. Mein CFT-Partner hat schon recht viel Langdistanz-Erfahrung und wir hatten im vergangenen Jahr über einen Start bei der Challenge Regensburg geredet. Als dann das neue Format vorgestellt wurde, war für mich klar, jetzt müssen wir ran. Deshalb haben wir uns sofort angemeldet. Es ist ja auch so, dass man diese Distanzen gut meistern kann – das war für mich ein Anmeldegrund.

Wo sehen Sie Stärken/Schwächen oder Verbesserungspotential bei der Challenge Regensburg?

Ich finde die Entscheidung, die Radstrecke zu verändern richtig. Auf Dauer wird das dem Rennen zugute kommen. Auch die Neuerung mit der Challenge For Two ein weiteres Format dazu zu nehmen scheint mir als ersten Schritt sinnvoll.

Während sich die einen über neue Formate freuen, und sie als Bereicherung sehen, schimpfen Andere über ein „Weichwaschen“ der Langdistanz. Was zieht sie bei Wettkämpfen an, wann würden Sie sich nicht für ein Rennen anmelden, oder umgekehrt nicht anmelden?

Mir fehlt für die „früher war alles besser“-Auffassung grundsätzlich das Verständnis. Ich denke, dass ein Sport wie Triathlon viele Chancen hat, um sich neu zu erfinden, sich neue Formate auszudenken, attraktiv zu bleiben. Gerade die Unterschiedlichkeit der Strecken macht doch den Sport so interessant. Wer will, hat genügend Möglichkeiten sich harte Rennen zu geben. Andererseits haben ebenso die schnelle Kurse ihren Reiz. Ich finde es super, wenn man sich an neuen Formaten probiert. Es nimmt dem klassischen Langdistanztriathlon doch keine Plattform weg. Im Gegenteil: je mehr Interessierte im wie auch immer gearteten Rahmenprogramm dabei sind, desto mehr Bewunderung bleibt doch für die übrig, die sich der gesamten Distanz stellen!

Triathlon ist der neue Marathon, heißt es oft in Kreisen alteingesessener Triathleten. Mit einher geht, dass Triathleten ihre Leistungen gerne in sozialen Netzwerken präsentieren. Wie nehmen sie als Medien- und Digital-Experte die Außenwirkung von Triathlon wahr?

Natürlich merkt man, dass der Triathlon-Markt in den letzten Jahren explodiert ist. Der Unterschied gerade auch zum Marathon ist jedoch die Verschiedenartigkeit der Disziplinen und auch die Eigenart der jeweiligen Disziplin, die in den Triathlon einfließen. So hat es beispielsweise im Radsport Tradition, dass man Werte misst: Strecke, Geschwindigkeit und später Leistung und Watt. Triathlon hat das in einer besonderen Weise für sich weiterentwickelt. In der Vorbereitung werden die gewonnenen Werte zur Selbstmotivation genutzt. Man zeigt, was man geleistet hat, wie viel man investiert hat. Ich persönlich finde das interessant und kann nicht verstehen, warum sich manche darüber aufregen. Wenn ich es nicht sehen möchte, schaue ich es eben nicht an.

Beim Mittelbayerischen Verlag waren sie unter anderem für den Relaunch der Website und die Verbesserung und Weiterentwicklung der Onlinepräsenzen verantwortlich. Jetzt verantworten Sie das Digitale bei W&V. Wo sehen sie in diesem Bereich im Triathlon noch Entwicklungspotential?

Ich denke, da ist noch eine Menge Luft nach oben. Gerade was die Online-Präsenzen im Hinblick auf das Angebot für breiteres Publikum betrifft. Vieles läuft hier noch klassisch – da kann man deutlich mehr machen. Wenn man beispielsweise versucht, Mehrwert zu bieten, mit Trainingsplänen, Vergleichsmöglichkeiten zwischen Profis und einem selbst, und so weiter. Das sind Dinge, die sind technisch mittlerweile problemlos umzusetzen. Auch Streckenpräsentationen: Mich würde es sehr interessieren, wie eine Strecke in – nehmen wir Klagenfurt – aussieht. Eine digitale Präsentation würde ich mir sofort ansehen!

Natürlich muss man einen Weg finden, damit sich der Aufwand für beide Seiten lohnt. Mittelfristig wird die Online-Präsenz mit wenigen Ausnahmen für Rennen der entscheidende Marketing-Punkt werden. Sportler treffen ihre Entscheidung immer häufiger via Recherche im Netz. Präsenz und Qualität des Auftritts sind da entscheidend.

Zurück zum Sport: Sie haben gerade einen neuen Job als Chefredakteur Digital angetreten. Hat man man bei einem stressigen Job in der Medienbranche überhaupt Freizeit und Zeit für ein Training?

Klar, man trainiert immer zu wenig. Aber auf der anderen Seite muss man sagen, dass auch mit moderatem Aufwand die Challenge for Two zu schaffen ist. Allenfalls scheitert man an seinen eigenen Ansprüchen. Wahrscheinlich könnte ich einen 33er Schnitt auf dem Rad hinlegen. Die Gefahr, dass ich dann nicht mehr laufen kann, ist jedoch nicht gerade klein. Aber ich bin ganz zuversichtlich: notfalls machen wir die Nummer halt einen Tick langsamer. Hauptsache, keine Verletzung – alles andere soll vor allem Spaß sein.

Sie pendeln aktuell täglich zwischen Regensburg und München – nutzen sie diese Strecke vielleicht sogar zum Training?

Bei gutem Wetter nutze ich gelegentlich zumindest Teile der Strecke als Training. Auch die Mittagspause reicht manchmal für einen kurzen Trainingslauf aus.

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