Die Langdistanz in der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt

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Die Langdistanz in der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt

Interview mit der Regensburger Stadtzeitung

Posted on: Samstag 3rd Juni 2017

Am 18. Mai erreichte uns eine Interview Anfrage von einem Redakteur der Regensburger Stadtzeitung “Heinz Karl”. Wie sich bald herausstellen sollte, verbarg sich hinter dem Synonym Herausgeber Peter Kittel. Die Anfrage und unsere originalen Interviewantworten möchten wir hier veröffentlichen. Denn das was am Ende veröffentlicht wurde, laß sich so ganz anders.

Wir möchten nochmals ausdrücklich betonen: Wir finanzieren große Teile der Challenge Regensburg auch mit privatem Einsatz. Wir und unser Team stemmen die Challenge Regensburg mit außerordentlichem persönlichen Engagement, zahlreichen, oft ehrenamtlichen Arbeitsstunden, größtem Einsatz und mit Herzblut. All das ist es uns wert, denn Regensburg ist eine herrliche Stadt für Sportler, Triathleten und aufgeschlossene, freundliche Menschen.

Tom und Sonja Tajsich

Bildschirmfoto 2016-08-08 um 13.19.03

Die Interviewanfrage vom 18. Mai, die wir, wie jede Anfrage, gerne beantworteten:

Sehr geehrter Herr Tajsich,

da Sie nach Auskunft einer Ihrer Mitarbeiterinnen bei Purendure erst ab 2. Juni wieder telefonisch, vorher aber per Mail erreichbar sind, darf ich mich auf diesem Wege im Zusammenhang mit der „Challenge Regensburg“ an Sie wenden, die ja heuer am 13. August stattfinden soll. Dazu folgende Fragen (…)

Ich bitte um eine möglichst rasche Beantwortung der Fragen und danke Ihnen für ihre diesbezüglichen Bemühungen.

Mit freundlichem Gruß
Heinz Karl
Redakteur Regensburger Stadtzeitung

 

Unsere Antwort im ursprünglichen Wortlaut

Sehr geehrter Herr Karl,

vielen Dank für Ihr Interesse am Challenge Regensburg! Nachfolgend beantworte ich gerne Ihre Fragen:

Bei der Erstauflage der Challenge gab es ausweislich der Ergebnislisten 880 Finisher. Wieviele Teilnehmer gab es insgesamt 2016? Mit wievielen Teilnehmern rechnen Sie 2017?

Übergreifend waren bei den Events des Challenge Regensburg in 2016 ca. 2.000 Teilnehmer am Start (Langdistanz, Einsteiger Triathlon, Frauenlauf, Staffeln). Für 2017 wünschen wir uns natürlich eine ähnlich imposante Anzahl.

Selbst wenn zu diesen Finishern zusätzlich 120 Ausfälle veranschlagt werden, wären das 1000 Starter, bei einer Teilnahmegebühr von 450 Euro (ohne Early-Bird-Sonderpreis) wären das 450000 Euro Einnahmen. Die Kosten für die Veranstaltung wurden mit weit über einer Million Euro kommuniziert. Wer schließt die Deckungslücke?

Die Veranstaltung steht auf soliden finanziellen Beinen und ist hauptsächlich durch Startgelder, Sponsoren und unser persönliches Engagement finanziert.

Die Veranstaltung erfreut sich ja nicht nur ungeteilten Zuspruchs. Aus eigener Läufer-Erfahrung kann ich sagen, dass beim Regensburg-Marathon deutlich mehr Zuschauer an der Laufstrecke stehen als bei der Challenge. Wie erklären Sie sich das?

Bei dieser Frage kann ich Ihre Ansicht leider nicht teilen. Bereits des Öfteren habe an einem der Läufe des Regensburg Marathon selbst teilgenommen. In 2016 war ich den ganzen Tag vor Ort und habe mich mit Athleten, Zuschauern und Helfern unterhalten. Daher gehe ich davon aus eine gute Übersicht der beiden Veranstaltungen zu haben.

Die Zuschauerzahlen beim Challenge in der Stadt habe ich persönlich als deutlich höher eingeschätzt als beim Marathon, dies wurde mir auch von der Agentur bestätigt, die unsere Wettkampfanalyse durchführt. Addiert man die Zuschauerzahlen im Landkreis beim Schwimmstart, auf der Radstrecke und des Livestreams hinzu, kommen wir beim Challenge bezüglich Anzahl und Reichweite auf sehr gute Werte.

Die Tatsache, dass der Challenge Regensburg in der Haupturlaubs- und Ferienzeit stattfindet, der Marathon hingegen in einer perfekten Saisonphase, habe ich hierbei noch nicht einmal bewertet.

Persönlich finde ich auch den Marathon eine sehr gelungene Veranstaltung. Sowohl der Challenge als auch der Marathon sind sehr wichtige Bausteine im Kontext Regensburg als Sportstadt aufzubauen. Erwähnt werden sollte die grundsätzlich unterschiedliche Zielsetzung der beiden Veranstaltung, weshalb man diese auch nicht vergleichen sollte, sondern als sich ergänzend betrachten muss. Beim Regensburg Marathon handelt es sich um einen sehr schönen Volkslauf, der von einem großen Verein ausgerichtet wird. Ein Großteil des Teilnehmerfeldes setzt sich aus den Mitveranstaltungen wie Halbmarathon (ca. 2000 TN) und dem Kinderlauf zusammen. Auf den tatsächlichen Marathon entfallen um die 500 Starter. Der Versuch die Veranstaltung zu professionalisieren ist vor einigen Jahren leider gescheitert. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Medienberichterstattung deshalb kaum über die regionalen Medien hinaus geht und hauptsächlich Sportler aus der Region daran teilnehmen.

Der Challenge Regensburg hingegen ist ein professionell veranstalteter internationaler Wettkampf mit sehr hoher Qualitätsanforderung zu dem Athleten und Journalisten aus der ganzen Welt anreisen.

Wie Sie unserem Medienspiegel entnehmen können waren neben Journalisten aus Deutschland, weitere aus Europa und den USA vor Ort. Zum Veranstaltungspersonal gehören etliche international anerkannte Experten. (z.B. Sicherheitskonzept-, Streckenplaner, Weltmeister, Emmy Award Winner für die Livestream Berichterstattung und etliche andere).
Aufgrund der Distanzen eines Langdistanztriathlon erfordert die Teilnahme einen sehr viel höheren Fitnesslevel und Trainingsaufwand. Dieser Athlet kommt natürlich nicht in der Häufigkeit eines 10km Läufers in der Region Regensburg vor. Unser Marketing ist daher global aufgesetzt.

Ich möchte betonen, dass wir den Regensburg Marathon persönlich gelungen finden und auch jedes Jahr dabei sind soweit dies unser Terminplan zulässt.

Kritik an der Veranstaltung gibt es vonseiten des Bauernverbandes und von Anwohnern. Felder könnten während der Erntezeit nicht erreichbar sein – bei feuchter Witterung könnten die Felder Mitte August noch nicht abgeerntet sein­, zudem könnten Anwohner ihre Wohnungen in der Stadt zum Teil über Tage nicht anfahren. Wie begegnen Sie diesen Vorhalten?

Kritik des Bauernverbandes gibt es nach unserem Kenntnisstand, anders als damals beim Ironman, nicht mehr. Wir sind mit dem Landratsamt, den Verantwortlichen des Bauernverbands und einzelnen Bauern stetig im Gespräch und erarbeiten gemeinsame Lösungen. Vielmehr wurde diese enge Zusammenarbeit vom Bauernverband sogar ausdrücklich gelobt.

Am Renntag gibt es natürlich Einschränkungen für Anwohner so wie das bei jeder Großveranstaltung der Fall ist. Dass dies über mehrere Tage der Fall sein soll ist mir nicht bekannt.

Zudem taucht immer wieder der Verdacht auf, die Verträge mit Ihrem Unternehmen (und dem damit verbundenen Zuschuss der Stadt) seien nur deshalb zustande gekommen, weil Ihre Frau Wahlkampfhilfe und Fitnesstraining für den späteren Oberbürgermeister Joachim Wolbergs geleistet habe. Wie begegnen Sie dieser Kritik?

Vorab möchte ich an dieser Stelle festhalten es im Allgemeinen sehr bedauerlich zu finden, wenn versucht wird, Sportveranstaltungen politisch zu instrumentalisieren. Herr Wolbergs bat meine Frau vor einigen Jahren um Unterstützung bei seinem Personal Training, was im Übrigen sehr viele Leute tun, da die Kompetenz meiner Frau auf diesem Gebiet sehr hohes Ansehen genießt. Meine Frau und ich waren nie politisch tätig und haben auch kein erweitertes Interesse an einer speziellen politischen Partei. Ich finde es daher nicht korrekt in diesem Kontext von Wahlkampfhilfe zu sprechen.

Herrn Wolbergs kennen wir als höflichen und sympathischen Menschen, daher haben wir auch kein Problem uns positiv über ihn zu äußern. Ich bin weder Jurist, noch ein Freund von Vorverurteilungen daher gibt es dem auch nichts hinzu zu fügen.
Fakt ist, dass der neu gewählte Oberbürgermeister Wolbergs den Langdistanztriathlon zunächst mit der Marke IRONMAN wiederbeleben wollte. Erst nachdem dies (wohl auch wegen der finanziellen Forderungen) gescheitert war, wurden wir (als Kenner der Szene) von der Stadt Regensburg gebeten Kontakt zur Marke Challenge herzustellen. Das Ausrichten der Veranstaltung war bis dahin zu keinem Zeitpunkt von unserem Interesse. Erst nachdem es an uns hing die letzte Chance für die Austragung einer int. Triathlonveranstaltung in Regensburg zu nutzen haben wir uns nach langem Überlegen, im Bewusstsein um das persönliche finanzielle Risiko und den Zeitaufwand, aufgrund unserer Leidenschaft für den Sport dazu entschlossen. Die Verträge mit Purendure als örtlicher Veranstalter wurde von der Stadt und dem Landkreis ausgearbeitet und vom Stadtrat beschlossen.

In diesem Kontext waren wir auch sehr verwundert als meine Frau eines Tages von der Kripo kontaktiert wurde und die Unterlagen des Challenge Regensburg im Sportamt beschlagnahmt wurden. Zu einem Zeitpunkt wenige Wochen vor dem Rennen, an dem unser Team mit Arbeitstagen bis zu 20 Stunden an die Belastungsgrenze stieß war dies keine schöne Erfahrung. Nach Abschluss der Untersuchungen entschuldigte sich die untersuchende Behörde bei meiner Frau für das Vorgehen mit dem Hinweis, man müsse allen Informationen nachgehen.

Im Nachhinein finde ich dieses Ereignis aber durchaus positiv, da sämtliche Vorgänge zum Challenge Regensburg detailliert von der Justiz untersucht wurden und kein Raum für böswillige Gerüchte mehr besteht wie diese in der Vergangenheit das ein oder andere Mal gestreut wurden.

Bei der Veranstaltung sind ja zahlreiche Helfer – Feuerwehrmänner, Rettungsdienst, Polizei, Streckenposten usw. im Einsatz. Wie honorieren Sie deren Einsatz?

Wir durften sehr viele Helfer bei diesem Event begrüßen. In 2016 waren es über 1500. Dies alleine zeigt die Begeisterung für den Challenge Regensburg in und um die Region Regensburg. Leidenschaft und Spaß bei der Sache stehen im Vordergrund. Sie erhalten Aufwandsentschädigungen, werden durch uns versorgt und erhalten verschiede Souvenirs. So wie dies andere Sportveranstaltungen auch tun.

 

Gerne habe ich Ihre gestellten Fragen sehr offen beantwortet und lasse Ihnen auf Wunsch eine Presseakkreditierung für den nächsten Challenge Regensburg ausstellen, um mehr über die sportliche Seite kennen zu lernen.

Bitte übersenden Sie mir Ihren Artikel vor Veröffentlichung zum Gegenlesen.
Mit sportlichen Grüßen

Thomas Tajsich

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